Ich definiere mich selbst als „Scanner-Persönlichkeit“ – ich habe viele Interessen und konnte mich nicht für einen (!) Beruf entscheiden. Ich war jahrelang auf der Suche nach meinem vermeintlichen „Traumjob“ und wurde einfach nicht fündig.
Ursprünglich wollte ich „Turnografin“ werden (Lehrerin für Sport und Geographie) – doch das Abraten meiner LehrerInnen hat mich damals doch sehr beeinflusst. Viele Menschen rieten mir damals ich sollte „Jus“ studieren („Das ist was G´scheites“) – das tat ich auch.
Der Anfang war einfach und der erste Abschnitt war schnell erledigt und ich dachte mir „super, das ist ja einfacher als gedacht, dann bin ich mit 22 fertig und kann immer noch etwas Anderes machen“.
Dann kam der zweite Abschnitt und damit der Leistungsdruck und die Prüfungsangst: ich brauchte über 5 Jahre dafür. Dank meines Durchhaltevermögens, meiner Zielstrebigkeit und vor allem meiner Sturheit schloss ich mein Studium, neben 30 Stunden Arbeit die Woche, nach insgesamt 21 Semestern ab – ich wurde „Maga.iur.“. Als Belohnung schenkte ich mir einen fünfwöchigen Urlaub auf Hawaii.
Die ersten Berührungspunkte mit Menschen in schwierigen Situationen hatte ich als Mitarbeiterin eines Notariats: Bei der Bearbeitung von Verlassenschaften wird man mit Menschen konfrontiert, die kürzlich eine nahestehende Person verloren haben, und es geht ums Geld (die denkbar schwierigste Kombination an Umständen). Über die Jahre wurde ich Zeugin von furchtbaren Schicksalsschlägen, die einen auch nach fast 10-jähriger Erfahrung nicht unberührt lassen. Die Hinterbliebenen erzählten mir fast alles – bis hin zu ihren eigenen Suizidgedanken. Dafür war ich nicht ausgebildet und oft überfordert. Ich lernte jedoch mit diesen Situationen umzugehen und war erstaunt, dass ich einigen der Angehörigen – über die Erledigung meiner Arbeit hinaus – helfen konnte, indem ich ihnen zuhörte. Ich mochte die Arbeit mit Menschen sehr, es handelte sich um Menschen die echt waren, weil sie in diesen Momenten keine Kraft hatten, sich zu verstellen.
Da mich jedoch die juristische Tätigkeit nicht erfüllte, zog es mich in den Öffentlichen Dienst. Auf der Uni habe ich das Umweltrecht entdeckt, dass derart viele meiner Interessen abdeckte, dass es wie für mich gemacht erschien. Ich landete am Bundesverwaltungsgericht. Die juristische Tätigkeit gefiel mir gut und ich bekam einen guten Einblick in die Welt des Umweltrechts, nur verbrachte ich 95% der Zeit vor dem Computer und entwarf Entscheidungen.
Da ich meinen unzähligen Interessen gern nachgehe und mich gerne weiterbilde, begann ich diverse Ausbildungen nebenbei (Studium Umwelt- und Bioressourcenmanagement, Studium Forstwirtschaft) – ich geriet in zeitlicher Hinsicht allerdings an meine Grenzen und musste mir eingestehen, dass ich kein weiteres Studium neben meiner Vollzeit-Arbeit machen konnte. Außerdem fehlte mir nach wie vor die Arbeit mit Menschen.
Daraufhin entschloss ich mich wieder einmal eine neue Ausbildung zu beginnen, mit welcher ich mir ein zweites Standbein aufzubauen könnte und durch die ich viel mit Menschen zu tun hätte. Bereits während meines Studiums hatte ich die ersten Berührungspunkte mit Coaching, wodurch ich meine Prüfungsangst in den Griff bekam. Seit September 2023 absolviere ich nun selbst die Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin am „il-Institut“ in Krems.
Und hier bin ich.
Mittlerweile arbeite ich als Juristin im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, dort habe ich sogar wieder mehr mit Menschen zu tun.
Anfang 2025 schloss ich meine Ausbildungen zur Dipl. Mentaltrainerin und Dipl. Entspannungstrainerin ab. Weitere Abschlüsse zum NLP Master Practitioner und Systemischen Coach folgten. Mein Interesse an Stressmanagement und Burnout-Prävention gründet darauf, dass ich täglich viel zu gestresste Menschen sehe, denen ich gern helfen würde. Es müsste nicht so sein – Entspannung ist trainierbar! – Ehrlich!